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Schotten dicht am Wörthersee
Die Universität Klagenfurt sperrt den Zugang zum Psychologie-Studium – eine bisher einzigartige Maßnahme. Graz könnte es als nächstes treffen.
Nun macht die Alpen-Adria-Universität am Wörthersee ernst. Das mit 1 600 Studierenden heillos überfüllte Psychologie-Institut wird ab Herbst seine Tore für Neueinsteiger schließen. Die bisher einzigartige Maßnahme in Österreich soll 2 Jahre dauern.
Rektor Heinrich Mayr Rechtfertigt diese Notlösung damit, dass nur so zumutbare Studienbedingungen zu gewährleisten wären. Denn auf einen Professor kommen in Klagenfurt 160 Studenten. Geld, um den Personalstand aufzustocken, gibt es nicht.
Ob Klagenfurt nur der Anfang ist, weiß man nicht. Es kann gut sein das es zu einem Dominoeffekt kommt, warnt Hans Sünkel, Vorsitzender der Rektorenkonferenz. Als Beispiel bringt er das Grazer Institut für Molekularbiologie. Dort gibt es 120 Laborplätze, aber zwei bis drei Mal mehr Studierende. Für das Vorgehen seines Kollegen Mayr hat er vollstes Verständnis, da es wohl mit der Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) abgestimmt ist.
Sünkel kann aber auch etwas Positives aus dem Klagenfurter Uni-Debakel gewinnen. Den das zeigt, dass es doch Notwendig ist, Zugangsbeschränkungen einzuführen. Wiederholt hat sich der Rektorchef gegen den freien Hochschulzugang ausgesprochen, da es eine Schande sei, dass sie Universitäten nur im Notfall Zugangsbeschränkungen verordnen können.
Zugangsquote bis Herbst
In Abstimmung mit dem Koalitionspartner SPÖ will Beatrix Karl bis zum Herbst ein bundesweit einheitliches Konzept für „qualitative Zugangsverfahren“ vorlegen. Von dieser Maßnahme will die Hochschülerschaft freilich überhaupt nichts wissen. Die Generalsekretärin der Hochschülerschaft (ÖM) Mirijam Müller sagt, dass die Regierung für diese Misere verantwortlich ist und man es nicht auf den Rücken der Studierenden austragen darf.
Wenn es um die Kritik am akuten Geldmangel geht sind sich ÖH und Rektorenkonferenz einig. Sünkel fordert die Regierung auf, die Steuererträge aus dem jüngst beschlossenen Glücksspielgesetz für die Bildung zu widmen und auf jene Miete, die die Unis an die Bundesimmobiliengesellschaft abliefern, zu verzichten. Das seien immer hin 200 bis 250 Millionen Euro. Sünkel sagt, dass man auf den völlig unnötigen Assistenzeinsatz des Bundesheeres verzichten könnte um daher das fehlende Geld zu nehmen.
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